Hygieneprüfungen
Abklatschproben (Abdruckproben) für die Hygieneprüfung von glatten Oberflächen nach Desinfektion
Abklatschproben können von glatten, ebenen Oberflächen mit Abdruckplatten von Nährmedien (z.B. DG-18 für Schimmelpilze/Hefen und CASO mit Enthemmer für Bakterien) genommen werden. Nach Kultivierung werden die Abdruckplatten ausgezählt und die Schimmelpilze ggf. identifiziert. Das Endergebnis liefert eine Aussage über den Hygienezustand der beprobten Oberfläche.
Hygieneprüfungen von Raumlufttechnische Anlagen:
Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) haben die Aufgabe eine gesundheitlich zuträgliche Raumluft zu schaffen. Gemäß VDI 6022-1 müssen sie daher in allen luftführenden Bereichen so betrieben und instand gehalten werden, dass eine zusätzliche Zuluftbelastung durch Kontamination (Schadstoffe / Mikroorganismen) vermieden wird. Zur Prüfung der Hygiene in RLT-Anlagenkomponenten wie Filtern, Ventilatoren, Kanälen und insbesondere an feuchten Strecken wie Tropfenabscheidern, Luftbefeuchtern, Kondensatwannen stehen die folgenden Probenahmen und Untersuchungen zur Verfügung:
Abklatschproben (Abdruckproben)
Abklatschproben werden von glatten Oberflächen der luftführenden Kanäle mit Abdruck-Nährmedien (DG-18-Nähragar für Schimmelpilze/Hefen und CASO-Agar für Bakterien) genommen. Nach Kultivierung bei 25 bzw. 30°C werden die Platten ausgezählt und die beiden Messergebnisse zusammengeführt. Mit dem Endergebnis kann anhand der Beurteilungswerte der aktuellen VDI 6022-01-Norm von 2018 der Hygienezustand der Entnahmestellen der RLT-Anlage beurteilt und Maßnahmen festgelegt werden.
Wischproben mit Wattestäbchen
Wattestäbchenproben werden von unebenen oder sehr kleinen Oberflächen wie Kühlregister, Ventilatorschaufeln oder auch von sensiblen Oberflächen wie Filtern genommen und sind gut für den Transport geeignet. Von jeder Entnahmestelle müssen dabei zwei Wischproben genommen werden, damit im Labor auf zwei Schimmelpilz-Nährböden (mit Chloramphenicol zur Hemmung von Bakterienwachstum) und einem Bakterien-Nährboden ausgestrichen werden kann. Schimmelpilze werden in Brutschränken für 7-10 Tage bei 25°C, Bakterien für 3 Tage bei 30°C kultiviert. Danach können die Schimmelpilze bestimmt werden durch charakteristische makroskopische und mikroskopische Merkmale, sowie durch molekulargenetische Methoden. Die Auszählung der Koloniebildenden Einheiten (KBE) liefert einen halbquantitativen Hinweis auf die Masse der Kontamination; die Schimmelpilz-Identifizierung kann nachweisen, ob nur typische Schimmelpilze der Außenluft vorhanden sind oder zusätzlich Schimmelpilze, die Feuchteindikatoren sind.
Luftmessungen
Der Gehalt der Zuluft einer RLT-Anlage an Stäuben, Bakterien, Pilzen (und ihren Sporen) und anderen biologischen Inhaltsstoffen darf denjenigen der Vergleichsluft (Außenluft bzw. Raumluft) in keinem Bereich überschreiten. Diese Forderung der VDI 6022-1 wird am besten durch Luftmessungen geprüft. Die Probenahme erfolgt durch Impaktor-Ansaugung von 50 bis 100 l Luft direkt auf ein Nährmedien oder durch Filtration auf einen Gelatinefilter, der dann direkt auf ein Nährmedium aufgelegt wird oder in Puffer aufgelöst und auf verschiedene Nährmedien ausplattiert wird. Dabei wird die Außenluft oder eine Vergleichsluft als Referenz genommen. Impaktor-Ansaugungen werden je Entnahmestelle zweimal wiederholt und nach Kultivierung die Auszählungen der Keime gemittelt.