Schimmelanalyse von Materialien und Staub
Prüfung auf Schimmelpilze aufgrund von Bauschäden, gesundheitlicher Beschwerden oder Geruchsbelästigung
Schimmelpilzquellen im Innenraum können durch Feuchte an der Oberfläche von Baumaterialien oder innerhalb der Bausubstanz entstehen, außerdem durch verderbende Lebensmittel, Biomüll, Staubablagerungen und Tierhaltung. Feuchteschäden können auf bauliche Mängel, ungenügende Lüftung und Heizung, zu dichte Positionierung von Möbeln an Wänden, sowie auf Wasserschäden zurückgeführt werden. Von einer Schimmelpilzquelle können Sporen, Myzelbruchstücke, Zellbestandteile, aber auch Stoffwechselprodukte, Toxine sowie MVOC (microbial volatile organic compounds: Aldehyde, Alkohole, Ester, Ketone) abgegeben werden. Liegt ein gezielter Verdacht für gesundheitliche Beschwerden durch Schimmel vor, muss die Schimmelpilzquelle lokalisiert werden und die Schimmelpilzarten müssen umfassend identifiziert werden.
Auflicht-Direktmikroskopie im Labor von Materialien/kleinen Gegenständen mit Probenahmen der Oberfläche
Im Labor wird durch Direktmikroskopie im Stereomikroskop bei 3,5 bis 40facher Vergrößerung die Materialprobe untersucht. Es kann nun gezielt Schimmelpilzbewuchs oder Staub durch Klebefilme und Wattestäbchen abgenommen werden für die weiteren Untersuchungen bei bis zu 1000facher Vergrößerung im Durchlicht und für die Kultivierung auf Nährmedien. Bei den beiden Verfahren handelt es sich um qualitative Verfahren, die nur eine grobe Einschätzung der Sporen- bzw. Keimbelastung des Schimmelpilz-Befalls bzw. des Staubs zulassen. Allerdings liefert die Identifizierung der Schimmelpilze mehr Information als die reinen Mengenangaben.
Suspensionsverfahren von porösen oder faserigen Materialproben und Staub-Wischproben von definiertem Ausmaß
Beim Suspensionsverfahren wird die Materialprobe zerkleinert und eingewogen, bzw. der Wattestäbchenkopf der Wischprobe abgetrennt. In einer Pufferlösung werden durch Schütteln die Schimmelpilze und Sporen vom Material abgelöst. Verdünnungsschritte der Suspension von 1: 10 bis 1:1000 werden hergestellt und Anteile davon auf zwei verschiedenen Nährmedien für die Anzucht von Schimmelpilzen ausplattiert. Nach 3 und 7 Tagen werden die Schimmelpilz-Kolonien ausgezählt und nach 7- 10 Tagen differenziert. Für beide Probenahmen sind „unbelastete“ Vergleichsproben von großem Wert, weil sie die Normalbelastung mit Schimmelpilzen anzeigen.