Prüfung von Oberflächen auf Schimmelbefall
Klebefilm- und Wischprobe
Prüfung von Schimmel-verdächtigen Oberflächen auf Schimmelpilzwachstum (Befall)
Im Innenraum kann es durch bauliche Mängel oder zu hoher Innenraumfeuchte zu Schimmelpilzwachstum kommen, das Baumaterialien schädigen und die Gesundheit gefährden kann. Für die Prüfung von verdächtigen Stellen auf Oberflächen hat sich eine Kombination von zwei Methoden bewährt: die Direktmikroskopie von Klebefilmen und die Probenahme mit Wattestäbchen mit anschließender Kultivierung. (Dadurch kann der Nachteile der einen Methode durch den Vorteil der anderen Methode, und umgekehrt, ausgeglichen werden.)
Für beide Probenahmen ist es notwendig je eine Probe von einer unverdächtigen Stelle zu nehmen um damit die natürlicherweise im Staub auf Oberflächen vorliegenden Sporen zu erfassen, sowie um Unterschiede zur "Schimmel"-verdächtigen Entnahmestelle zu ermitteln.
Klebefilmproben
Klebefilmproben können von glatten Oberflächen genommen werden indem ein durchsichtiger klarer Klebefilm, z. B. Tesafilm kristallklar auf die verdächtige Stelle aufgeklebt, vorsichtig wieder abgezogen und mit den anhängenden Partikeln auf eine Transportfolie geklebt wird. Im Labor erfolgt dann die Übertragung auf einen Objektträger, die Anfärbung des Präparats und die mikroskopische Untersuchung. Dabei kann unterschieden werden ob es sich um aktiv wachsende Schimmelpilze eines Befalls handelt oder um Anflugsporen, Rußpartikel oder sonstige Partikel. Vorteil der Methode ist die Möglichkeit der schnellen Auswertung innerhalb von 24 h. Von Nachteil ist, dass nur Sporentypen und Pilzstrukturen bestimmt werden können. Gattungs-, Artenkomplex- und Artbestimmungen von Schimmelpilzen sind meistens nicht möglich.
Wattestäbchenproben/ Wischproben
Wattestäbchenproben können von unebenen Oberflächen, von Ecken und aus Winkeln und schwer zugänglichen Stellen genommen werden und sind gut für den Transport geeignet. Im Labor werden die Wattestäbchen auf verschiedene Nährmedien ausgestrichen und zur Anzucht von Schimmelpilzen für 7 bis maximal 14 Tage inkubiert. Danach können die Schimmelpilze bestimmt werden durch charakteristische makro- und mikroskopische Merkmale, sowie durch molekulargenetische Methoden. Nachteile sind die lange Bebrütungszeit und das Kontaminationen durch Anflugsporen nicht von Befall unterschieden werden können.
Abklatschproben (Abdruckproben) für die Hygieneprüfung von glatten Oberflächen nach Desinfektion
Abklatschproben können von glatten, ebenen Oberflächen mit Abdruckplatten von Nährmedien (z.B. DG-18 für Schimmelpilze/Hefen und CASO mit Enthemmer für Bakterien) genommen werden. Nach Kultivierung werden die Abdruckplatten ausgezählt und die Schimmelpilze ggf. identifiziert. Das Endergebnis liefert eine Aussage über den Hygienezustand der beprobten Oberfläche.